Robert Neumann, Paul Jumin Hoffmann © David Baltzer | www.bildbuehne.de
Robert Neumann, Paul Jumin Hoffmann © David Baltzer | www.bildbuehne.de
  • Für Menschen ab 12
Dauer 1 h 20 min
(keine Pause)
  • Uraufführung: 30.03.2012

Die besseren Wälder

Eine komödiantische Parabel
von Martin Baltscheit
  • Ferdinand hat auf der Flucht in ein besseres Leben beide Eltern verloren. Ein kinderloses Paar nimmt ihn liebevoll an, er wächst in einer wohlbehüteten Gemeinschaft auf. Mit seinem besten Freund Beck und seiner ersten Liebe Melanie entdeckt er als Jugendlicher das Leben jenseits der sicheren, eingezäunten und braven Welt. Doch dann ereignet sich ein folgenschwerer Unfall: Ein nächtlicher Ausflug endet für Melanie tödlich, und Ferdinand, der junge Fremde, wird verdächtigt und ausgestoßen. Er kehrt zurück zu denen, die er für seine wahre Familie hält, aber auch dort trifft er auf starre Traditionen und wird als Außenseiter abgestempelt. Verzweifelt fragt sich Ferdinand, wo auf der Welt ein Platz für ihn sein könnte. - Zwei Außenseiter wie er ermutigen ihn, neue Wege zu suchen: „Es kommt doch nicht darauf an, wo du herkommst. Es kommt darauf an, wo du hingehst und mit wem.“

    Martin Baltscheits Ferdinand ist ein Wolf, seine Eltern, Frauke und Wanja, sind ein weißes und ein schwarzes Schaf. „Die besseren Wälder“ ist eine berührende Geschichte mit scharfem Humor, die überall spielen könnte, auch in Berlin. Eine Geschichte über Vorurteile, soziale Rollen und die Suche nach der eigenen Identität. „Die besseren Wälder“ wurde mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis 2010 ausgezeichnet.

    Der junge Regisseur Robert Neumann führt nach seiner erfolgreichen Inszenierung „Big Deal?“ zum zweiten Mal am GRIPS Regie.
  • English Summary

    An allegorical play that turns fairytales on their heads to explore questions of cultural identity. A family of wolves are struggling to survive in the cold woods. A pair of sheep who can’t conceive are suddenly confronted with a baby wolf, which the ewe is keen to adopt as their own. There follows the story of Ferdinand, the baby wolf, struggling to fit into both worlds.

    Martin Baltscheit, born in 1965, studied Communication Design at the Folkwang School in Essen. He works as an illustrator, speaker, picture-book writer, prose writer, radio playwright and playwright. Martin lives in Düsseldorf.
  • Besetzung

    Mutter Wolf, Mutterschaf, Opa Schaf, Melanie Jennifer Breitrück
    Vater Wolf, Beck, Jannis
    Frauke, Mascha, Gans
    Sohn Wolf, später Ferdinand Robert Neumann | Florian Rummel
    Wanja, Bär, Alte Wölfin René Schubert
    Bühne und Kostüme Max Julian Otto
    Choreografie Clébio Oliveira
    Dramaturgie Kirstin Hess
  • Auszeichnungen

    Eingeladen zum ASSITEJ World Congress »Facing the audience« in Warschau im Mai 2014
    Nominiert für den IKARUS
    Deutscher Jugendtheaterpreis
    Das Theaterstück »Die besseren Wälder« wurde mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis 2010 ausgezeichnet.

    Aus der Jurybegründung
    Die Jury des Deutschen Jugendtheaterpreises 2010 zeichnet mit »Die besseren Wälder« eine starke und relevante Geschichte aus, die von überzeugenden Einzelschicksalen ausgehend, über das Individuelle hinausweist und sich dabei nicht vor Überzeichnung und Komik scheut.
    … mehr
  • Pressestimmen

    • Neues Deutschland, Katja Kollmann, 10.04.2012

      Noch so ein neues Gefühl im Grips-Theater: Du bist Zuschauer und dein Körper fühlt bis zur Schmerzgrenze mit. Bist du doch in diesem Theater mehr an den Brechtschen Erkenntnisgewinn durch Verfremdung gewöhnt. Den gibt es auch hier und seine Form ist poetisch: Bär-Biene und Fuchs- Ente laden Ferdinand in ein Zuhause ein, das sie erst finden müssen. Ferdinand versteht ihre Botschaft. Er rennt zur ersten Tür, reißt sie auf und beginnt mit der Suche.

    • Märkische Oderzeitung, Anne Phillips-Krug, 03.04.2012

      Im Berliner GRIPS Theater inszeniert Robert Neumann die Tierparabel ironisierend-distanziert als lustvolles Coming-of-Age-Spiel. Als emanzipatorisches Kinder- und Jugendtheater hatte das GIRPS Tiergeschichten und Märchen jahrelang von der Bühne verbannt. Dass es sich gelohnt hat, von diesen Grundsätzen abzurücken, zeigt dieser wunderbare Abend auf unterhaltsame und intelligente Weise.

    • Berliner Zeitung, Irene Bazinger, 02.04.2012

      Martin Baltscheit gelingt es auf so amüsante wie anrührende Weise, gar nicht komische Themen – Identität, Isolation, Vorurteile, Pluralismus – anzupacken und als unterhaltsame Spiel- und Denkanstöße aufzubereiten. Frohgemut und wunderhübsch zeigt der Regisseur Robert Neumann all das natürlich als Geschichte von Menschen für Menschen.

    • Der Tagesspiegel, Patrick Wildermann, 02.04.2012

      Robert Neumann hat die Geschichte vom eingemeindeten Außenseiter zur Uraufführung gebracht, und seiner Inszenierung kann man nur Respekt zollen. Der Schauspieler hat ja schon mit »Big Deal?« bewiesen, dass er Regietalent besitzt. Hier vertraut er auf einfachste, sichtbar gemachte Theatermittel: Ein Zugriff mit Tempo und dem Charme der Tiere.

    • Berliner Morgenpost, Eva Lindner, 01.04.2012

      Menschen, die Tiere spielen, wirken schnell albern. Nicht so bei Neumann. Die Tiere werden in den Kostümen nur angedeutet, Schafe tragen Wollpullis oder weiße Mützen, die Wölfe schwarze Lederjacken. Seine fünf Schauspieler wechseln geschickt die Rollen und wenn sie gerade nicht spielen, sitzen sie neben der Bühne und schauen zu. Hier bleibt nichts verborgen, es ist ein reines Stück, klar und klug erzählt, das sich sanft und mit viel Humor Themen wie Zuwanderung, Integration und Ausländerfeindlichkeit nähert.

    • dpa, Elke Vogel, 30.03.2012

      Mit Martin Baltscheits preisgekröntem Stück belebt das Theater das vergessene Genre der Tier-Parabel neu. Mit erstaunlichem Ergebnis. Grips-Schauspieler Robert Neumann inszeniert die Parabel mit viel Gespür für die schmerzlichen, aber auch komischen Momente im Leben Heranwachsender.

    • RBB Info-Radio, Andrea Schäfer, 30.03.2012

      Die fünf Schauspieler überzeugen in allen Rollen, die sie jeweils übernehmen – und wenn sie grad nicht dran sind, sitzen sie neben der Bühne neben den Requisiten. So wird Theater gemacht! – Das kann hier jeder sehen. Ein kluges Stück, klug inszeniert. Bestimmt nicht nur für Jugendliche interessant. Ein ebenso witziger wie hintergründiger Blick auf uns Schafe – pardon! – Menschen.

    • zitty, Regine Bruckmann

      Menschen als Tiere auf der Bühne – dazu braucht es kein kompliziertes Kostüm, aber großen schauspielerischen Erfindungsreichtum. Florian Rummel spielt den lieben Wolf im Schafspelz mit Herz und Schnauze, die wölfischen Züge, die er seiner Figur gibt, scheinen ihn in ihrer Wildheit selbst zu überraschen. Gans und Bär - herrlich ihnen zuzuschauen – geben das komische Paar, deren Mut und Konsequenz aber für Ferdinand Vorbilder sind und in die noch ungebaute Zukunft verweisen.

  • Materialien

    • Die besseren Wälder [PDF-Datei - 625 KB]
      Zu vielen Stücken des Spielplans bieten wir zusätzlich zum klassischen Programmheft ausführliches Begleitmaterial an, um den Theaterbesuch vorzubereiten beziehungsweise zu vertiefen.
  • Aufführungsrechte

    Verlag für Kindertheater Weitendorf GmbH