Maria Perlick © David Baltzer | www.bildbuehne.de
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  • Für Menschen ab 14
Dauer 2 h 5 min
(eine Pause)
  • Uraufführung: 17.06.2014

1848 - Die Geschichte von Jette und Frieder

von Thilo Reffert | nach Klaus Kordon
  • Berlin vor 150 Jahren: Jette ist 15 und lebt mit ihrer Schwester Guste und deren unehelichem Kind Fritzchen in bitterer Armut in der »Bückeburg«. Sie liebt den 17-jährigen Zimmermannsgesellen Frieder, der ihr jeden Tag drei Kartoffeln vor die Tür legt. Doch eines Morgens liegen keine Kartoffeln vor der Tür, denn Frieder sitzt im Gefängnis, weil er gegen den König demonstriert. Die Stadt brodelt, die Ereignisse überschlagen sich, und plötzlich steht Frieder auf den Barrikaden.

    Das Jahr 1848 markiert den Beginn einer Linken Geschichte in Deutschland. Thilo Reffert schreibt nach Klaus Kordons berühmtem Roman einen Krimi über Liebe, Freiheit und Revolte – und landet im Berlin der Gegenwart und bei der Frage nach Demokratie heute.




  • Besetzung

    Frieder
    Guste, Tilla Alessa Kordeck
    Flatow, Major, Referendar Jens Mondalski
    Jette, Trommlerin
    Fritzchen, Michael, Leutnant, Schütze Atze
    Rackebrandt, Siegmund, Richter, Kutscher, Muhme Hete René Schubert
    Mutter Jacobi, Schneckenmarie, Majorin, Hökerin, Aktivistin Regine Seidler
    Musiker, Spitzel, Schließer Stefan Faupel
    Bühne und Kostüme Jan A. Schroeder
    Choreografie Cristiana Battistella
    Puppenbau Kaspar Weith
    Dramaturgie Kirstin Hess
    Theaterpädagogik Laura Klatt
  • Pressestimmen

    • Junge Welt, Anja Röhl, 21.06.2014

      Die chronologisch erzählte Geschichte, sehr gut dramatisiert von Thilo Reffert, hat es geschafft, den 500-Seiten-Roman auf zwei Stunden spannend dialogisches Spiel zu reduzieren und damit gekonnt zu verdichten. Dabei ist keine trockene Geschichtsdokumentation herausgekommen, sondern ein Gegenwartsstück für Jugendliche, wo es um Solidarität und Revolution geht.

    • Berliner Zeitung, Cornelia Geissler, 19.06.2014

      Im Grips-Theater findet eine Revolte statt: Es mischen sich die Barrikadenkämpfe von 1848 mit dem Volkszorn von heute und ein Jugendroman von Klaus Kordon wird lebendig. … Panhans inszeniert ohne den Zauber der Illusion, sondern mit Krach und Krawumm. In diesem Lehrstück über Arm und Reich, über Verantwortung und Engagement steckt auch eine Menge Spaß.

    • Der Tagesspiegel, Patrick Wildermann, 19.06.2014

      Auf der schlichten Bühne von Jan A. Schroeder – ein paar Holzpaletten und rollende Tische zum Wohnungs- und Barrikadenbau genügen – setzt Regisseur Panhans dieses Revolutionsdrama als unpathetischen Appell an Freiheits- und Gerechtigkeitssinn in Szene. Gemünzt auf die Jugend von heute. Nicht nur die Elektrobeats und Samples von Musiker Stefan Faupel schaffen Gegenwart. Die Schauspieler adressieren auch immer wieder ganz direkt das Publikum und provozieren dazu, die Werte und Forderungen der Märzrevolutionäre weiterzudenken.

    • BZ online, Juliane Primus, 19.06.2014

      Im Grips ist Geschichte zum Greifen nah! Die jungen Zuschauer bejubeln die Schauspieler, wie es wohl kaum einem Geschichtslehrer vergönnt ist.

    • Berliner Morgenpost, Wolfgang Kasch, 19.06.2014

      Eine Geschichte, wie gemacht fürs sozialpolitisch engagierte Grips Theater, für das Thilo Reffert Thilo aus den gut 500 Romanseiten eine ziemlich eigenständige Fassung kondensiert hat. Er konzentriert sich dabei auf Kordons Dialoge und zieht – wesentliche Neuerung – immer wieder Linien in die Gegenwart. Einmal träumen Jette, Frieder und Guste davon, wie es wäre, wenn ein Arbeiter König von Deutschland wäre, oder eine Frau, oder ein Schwarzer Präsident der USA, und da spürt man ihn, den Atem der Geschichte.

    • Berliner Lehrerzeitung, Hans-Wolfgang Nickel, 10 | 2014

      Immer wieder werden die gesellschaftspolitischen Fragen durchsichtig gemacht auf unsere Gegenwart – in direkten, pointierten Ansprachen an das Publikum. Da ist es dann beileibe keine Geschichtslektion mehr über ferne Ereignisse der preußisch-deutschen Geschichte. „1848” wird zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit Gegenwart: was immer noch zu tun bleibt, zu tun ist, was gemacht werden kann, was möglich ist oder möglich sein sollte. Überdies aber bleibt „Die Geschichte von Jette und Frieder” immer auch die Darstellung einer spannenden, berührenden Geschichte mit überraschenden Einblicken in vielfach fremde, ungewöhnliche Lebensformen.

  • Materialien

    • 1848 - Die Geschichte von Jette und Frieder [PDF-Datei - 709 KB]
      Zu vielen Stücken des Spielplans bieten wir zusätzlich zum klassischen Programmheft ausführliches Begleitmaterial an, um den Theaterbesuch vorzubereiten beziehungsweise zu vertiefen. Diesmal entstand in Kooperation mit dem August-Bebel-Institut das ›POCKET 1848‹, ein Materialheft mit Stadtspiel.