Ensemble © David Baltzer | www.bildbuehne.de
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  • Für Erwachsene
Dauer 3 h
(eine Pause)
  • Uraufführung: 21.09.2013

Die letzte Kommune

ein Schauspiel mit Musik
von Peter Lund und Thomas Zaufke
  • Drama im Hause Puhlmann: Opa Friedrich hat seine Küche abgefackelt – beinahe! Mit seinen 78 Jahren muss er wohl ins Heim? Nichts da, Opa Friedrich lässt sich nicht aus seiner Altbauwohnung holen. Stattdessen startet er ein letztes großes Abenteuer und gründet mit seinem alten Kumpel Hannes Majowski noch einmal eine Kommune. Wie damals, nur ganz anders. Denn mit Lotte und Philipp betreten die Enkel die Bühne. Tochter Heidi und Schwiegersohn Georg sind entsetzt. Mit jedem neuen Mitbewohner steigt die Spannungskurve an: mehr Spaß – mehr Trouble. Doch alle eint die Sehnsucht nach dem selbstbestimmten Leben.
    Ein WG-Spiel nimmt seinen Lauf: um neue Generationen-Verhältnisse, um die Suche nach neuen Formen des Zusammenlebens. Um Liebe im Alter, um Krankheit, Hoffnung, und das Recht auf eine erste oder zweite Chance. Auf der Bühne steht ein GRIPS-Ensemble aus drei Generationen, das hier, vielleicht, auch ein wenig von sich selbst erzählt. Ein Lebens- und Theaterfest.

    Die Musicals von Peter Lund und Thomas Zaufke sind für ihren Witz, ihre gesellschaftliche Relevanz und ihre Aktualität berühmt. Für das GRIPS haben sie – zum ersten Mal – ein „Schauspiel mit Musik” geschrieben, das jede Menge Gegenwarts-Sprengstoff und charakterscharfe Songs enthält. Es gibt große Ensembles und Choreografien, zarte und nachdenkliche Töne und Lieder voller Wut und Rebellion – das alles begleitet von einer fünfköpfigen Band.
    Regie führt Franziska Steiof. Ihre Theaterabende zeichnen sich durch Musikalität, Humor und feine Figurenzeichnung aus. Besonderen Erfolg hat sie mit Aufführungen, in denen sie – oft auch als Autorin – das Lebensgefühl einer Stadt einfängt, wie zuletzt ihrer „Hafenballade” am Hamburger Schauspielhaus. Das GRIPS Theater verdankt ihr viele Auszeichnungen, u.a. den IKARUS 2011 für „So lonely”.
  • Vorstellungen

    Jan Mi, 28.01.2015, 19.30 Uhr  
    Do, 29.01.2015, 19.30 Uhr  
    Fr, 30.01.2015, 19.30 Uhr  
    • Die letzte Kommune
  • Besetzung

    Hannes Majowski Christian Giese
    Friedrich Puhlmann Dietrich Lehmann
    Josephine Bouvier Regina Lemnitz
    Michael Jens Mondalski
    Charlotte Maria Perlick
    Kostüme Sibylle Meyer
    Choreografie Clébio Oliveira
    Musikalische Einstudierung Bettina Koch
    Dramaturgie Henrik Adler
    Theaterpädagogik Julia Gaßner
  • Pressestimmen

    • Berliner Zeitung, Christian Rakow, 24/09/2013

      »Dann hebt der Abend ab, findet den idealtypischen Grips-Rhythmus im Wechsel von Sentimentalität und Schnodderigkeit. ›In jedem alten Sack steckt ein junger Sack, der sich wundert, was mit ihm passiert‹, sagt Hannes einmal. Ein Brückenschlag zwischen den Generationen.«

    • Berliner Morgenpost, Katrin Pauly, 23/09/2013

      »Über diverse amouröse Ambitionen verschränken sich die Sorgen und Nöte der drei Generationen und es wird zunehmend klar: Nicht um politische Agitation oder Subversion geht es hier mehr, sondern schlicht um ein selbstbestimmtes Leben.«

    • Märkische Oderzeitung, Eva Förster, 23/09/2013

      »… ein hitverdächtiges Stück, mit leidenschaftlichem Ensemble, schwungvoll musizierender Band und echtem Erkenntnisgewinn.«

    • rbb-online.de, Fabian Wallmeier, 23/09/2013

      »Das neunköpfige Ensemble ist ausnahmslos überzeugend. Drei Darsteller aber stechen deutlich hervor: Kilian Ponert spielt den zwielichtigen Sozialverlierer Atze, der vordergründig das System für seine Lage verantwortlich macht, mit ausdauernder Hinterhältigeit. Regina Lemnitz verleiht der gewitzten, lebensklugen Josi, die sich mit dem Beginn einer Demenzerkrankung konfrontiert sieht, eine fein ausbalancierte Würde. Doch am meisten Spaß macht es, Paul Jumin Hoffmann dabei zuzusehen, wie er sich als Teenager Philipp zwischen brutalst cooler Gleichgültigkeit, durch und durch verklemmter Verliebtheit und sarkastisch ätzender Wut bewegt.«

    • Der Tagesspiegel, Patrick Wildermann, 23/09/2013

      »Der großartige Dietrich Lehmann spielt den knorrigen Revolte-Gewinnler Friedrich, der heute Notgroschen in sechsstelliger Höhe in der Eiscremedose hortet. Der nicht minder begnadete Christian Giese gibt dagegen den wacker proletarischen Metallarbeiter Hannes mit Hammer-und-Sichel-Schnalle an der Hose und ergrautem Pferdeschwanz. Zwei alte Recken, die heute nicht mehr ganz so ideologiesicher sind wie zu K-Gruppen-Zeiten. Ihr erster Mitkommunarde ist ausgerechnet ›Motz‹-Verkäufer Atze (klasse: Ensemble-Neuzugang Kilian Ponert), der sich recht unpolitisch durchs Leben schnorrt. (...) Mit Josi (sensationell: Regina Lemnitz) bekommt die Seniorenkommune weiblichen Zuwachs.«

    • taz, Katrin Bettina Müller, 23/09/2013

      »Die Regisseurin Franziska Steiof hat für ihre Inszenierungen am Grips schon mehrfach Auszeichnungen erhalten. Auch die ›letzte Kommune‹ entspricht ganz der Handschrift des Hauses, ist unterhaltsam witzig, berührend besonders in den Momenten, wenn die neue Mitbewohnerin Josie, die aus einem Seniorenheim weggelaufen ist, mit dem Verlust ihres Gedächtnisses kämpft, gut getimt im Wechsel von Dialog, Tanz und Song.«

    • zitty, Gerd Hartmann, 21/2013

      „Das blendend aufgelegte Ensemble nebst einer wunderbar schwebenden Regina Lemnitz als demenzkranke Josi spielt sich durch augenzwinkernde Klischees und kleine Lebensweisheiten in bewährter Grips-Mischung: optimistisch, sarkastisch, aktuell.”

  • Materialien

    • Die letzte Kommune [PDF-Datei - 1.9 MB]
      Zu vielen Stücken des Spielplans bieten wir zusätzlich zum klassischen Programmheft ausführliches Begleitmaterial an, um den Theaterbesuch vorzubereiten beziehungsweise zu vertiefen.
  • Aufführungsrechte

    bei den Autoren