Asad Schwarz, Florian Kroop, Davide Brizzi © David Baltzer | www.bildbuehne.de
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  • Für Menschen ab 15
Dauer 1 h 45 min
(eine Pause)
  • Uraufführung: 12.10.2016

Inside IS

von Yüksel Yolcu | nach Motiven des Buches »Inside IS – 10 Tage im ›Islamischen Staat‹« von Jürgen Todenhöfer
  • Jürgen Todenhöfers Report über seine Reise in den sogenannten Islamischen Staat liefert die dokumentarische Basis für ein Theaterstück, das der Frage nach der Verführbarkeit junger Menschen durch radikale Ideologien nachgeht. Von der ersten Kontaktaufnahme über Skype bis hin zu den Erlebnissen vor Ort in Mosul: Todenhöfer begegnet Kämpfern voller Widersprüche, jungen Deutschen, die zum Islam konvertiert sind und sich radikalisiert haben, aber auch Müttern, die um ihre Söhne bangen. 

    Theaterautor Yüksel Yolcu lässt diese Figuren kaleidoskopartig aufblitzen und ergänzt sie durch eigene Recherchen über Rückkehrer aus Syrien. Seine Eindrücke aus Gesprächen mit einem Imam, der mit jungen Moslems im Gefängnis arbeitet, finden sich in seiner Arbeit wieder.

    Der »IS« zieht Männer und zunehmend Frauen an. Diese »Überläufer« befinden sich in einer Lebensphase, in der sie auf der Suche sind nach Orientierung und nach einem Platz in unserer Gesellschaft. Warum geraten gerade junge Menschen aus Europa in den Sog des »IS« und sind bereit, sich für ein versprochenes Paradies in die Luft zu sprengen? Was versäumt unsere Gesellschaft, wenn diese Menschen darin kein alternatives Angebot für einen Lebensentwurf erkennen?

    Der Autor und Regisseur Yüksel Yolcu hat als erster die Rechte für eine Bühnenfassung von »Inside IS« bekommen. Er fügt mit seiner theatralen Forschungsreise Todenhöfers Bericht eine unmittelbare Perspektive hinzu.

    Der Journalist Jürgen Todenhöfer gilt als umstritten. Seit der Veröffentlichung von »Inside IS« 2015 steht er im Zentrum vor allem westlicher Kritik. Geschätzt wird er aber auch für sein Bestreben, präzise zwischen Islam und »Islamischem Staat« zu unterscheiden. Erst das eröffnet die Chance für ein kollektives Nachdenken jenseits rassistischer Vorurteile.

    Nach jeder Vorstellung gibt es ein Publikumsgespräch (ca. 20 Minuten)
  • Termine

    Mär Mi, 29.03.2017, 18.00 Uhr
    ausverkauft
     
    Do, 30.03.2017, 11.00 Uhr  
    Fr, 31.03.2017, 11.00 Uhr  
    Apr Di, 25.04.2017, 18.00 Uhr  
    Mi, 26.04.2017, 11.00 Uhr  
    Mai Mi, 24.05.2017, 19.30 Uhr  
    Do, 25.05.2017, 19.30 Uhr  
    Fr, 26.05.2017, 19.30 Uhr  
    Jun Do, 22.06.2017, 18.00 Uhr  
    Fr, 23.06.2017, 11.00 Uhr  
    Sa, 24.06.2017, 19.30 Uhr  
    Jul Mo, 03.07.2017, 18.00 Uhr  
    Di, 04.07.2017, 11.00 Uhr  
    Do, 06.07.2017, 11.00 Uhr  
  • Inside IS

  • Besetzung

    Lehrerin | Linda | Mutter | Abu Loth | IS Kämpfer | Melanie | Bauchtänzerin Esther Agricola
    Abu Qatadah | Said | IS | Rayif | IS Kämpfer | Vater | Hassprediger | Hassprediger im Gefängnis | Kalif 2 Davide Brizzi
    Frederic Todenhöfer (genannt Fredy) | Sven | Hassprediger | Hassprediger im Gefängnis | Kalif 3 Patrik Cieslik
    Jürgen Todenhöfer | Hassprediger im Gefängnis Christian Giese
    Fabian | IS Mädchen Kadiza | Hassprediger 3 | Gefangener | Kalif 4 Florian Kroop
    Imam Ilhan | Kalif 1 | Leutnant | Taxifahrer | IS Mädchen Sara | IS Kämpfer | Gefangener | Richter | Vermummter Asad Schwarz
    Akkordeon, Perkussion, Piano Thomas Keller
    Cello Sonny Thet
    Bühne und Kostüme Ulv Jakobsen
    Komposition Thomas Keller | Sonny Thet
    Choreografie Katja Keya Richter
    Dramaturgie Ute Volknant
    Theaterpädagogik Ellen Uhrhan
  • Pressestimmen

    • TAZ, Kirsten Riesselmann, 13.10.2016

      Das Stück traut seinem jugendlichen Publikum zu, selbst Entscheidungen zu treffen – lässt ihnen diese Entscheidung auch. Argumente, sich eher nicht für die einfachen Antworten zu entscheiden, liefert das Stück zur Genüge.

    • Der Tagesspiegel, Patrick Wildermann, 14.10.2016

      Und gerade in den Passagen, die von den Abwegen der Konvertiten handeln, ist der Abend stark in seiner Ambivalenz. Wenn zum Beispiel die Melanie (Esther Agricola) von ihrer Pilgerreise nach Mekka erzählt: „Ich habe solange geweint, bis alles Schlimme aus mir raus war. Allah hat meine Seele berührt. Seitdem kann mich nichts mehr aus der Bahn werfen.“

    • Berliner Morgenpost, Georg Kasch, 14.10.2016

      Manchmal gelingen große Momente, etwa zu Beginn, wo Yolcu zeigt, wie klein der optische Schritt vom Westeuropäer zum frommen Muslim ist. Oder die Gebetsteppich-Choreografie: Da weht einen die Schönheit des Islam an.

  • Materialien

    • Materialheft zu Inside IS [PDF-Datei - 1.4 MB]
      Zu vielen Stücken des Spielplans bieten wir zusätzlich zum klassischen Programmheft ausführliches Begleitmaterial an, um den Theaterbesuch vorzubereiten beziehungsweise zu vertiefen.
      Versand auf Anfrage.
  • Aufführungsrechte

    Felix Bloch Erben Verlag