© Jan Schenck | picturex.net
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Was ist GRIPS?

„Und wenn man sich noch so oft über Berlin ärgert: Tritt man aus dem Dunkel des Zuschauerraums auf den hässlichen Hansaplatz, ist man mit der Stadt versöhnt - schließlich gibt es das GRIPS Theater!“ (ZITTY)

Seine Wurzeln bezieht das GRIPS aus dem politischen Kabarett und aus der Studentenbewegung: Volker Ludwig hatte 1969 die Leitung des „Theater für Kinder im Reichskabarett“ übernommen und als Freie Gruppe für realistische, später emanzipatorisch genannte Kinderstücke etabliert. Er gilt als der Begründer des emanzipatorischen Kinder- und Jugendtheaters und hat es bis heute entscheidend geprägt.

Das GRIPS ist darüber hinaus das bekannteste zeitgenössische und politische Kinder- und Jugendtheater in Deutschland, reich an Kultstücken, die einen legendären Ruf erlangt haben und die Menschen über die Generationen hinweg weltweit begleiten und berühren. Mit aufgewecktem Blick reagiert das Theater permanent auf die sich stetig wandelnden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Die Stücke, Themen, Personen und Konflikte sind dort angesiedelt, wo das Publikum zu Hause ist. GRIPS Theater holt die kleinen und großen Zuschauer genau da ab, wo sie gerade stehen, nimmt ihre Probleme und Bedürfnisse auf und entwickelt daraus sinnliche, komödiantische oder musikalische Geschichten, die unmittelbar die soziale Phantasie anregen. Die inhaltlichen und ästhetischen Herausforderungen jeder Zeit sind neu, die Haltung des GRIPS aber bleibt unverändert: Wirklichkeit zeigen, Lebensperspektiven entwerfen, Mut machen. Darüber hinaus reagiert das GRIPS in seiner Arbeit stets aktiv auf gesellschaftliche Missstände und erreicht so bei seinem Publikum ein hohes Maß an Identifikation und Empathie.

Das GRIPS ist Vorreiter und bekannt für ihr starkes Autorentheater, das mit großem Engagement hinter der Arbeit und ihren Stoffen steht, die auf der Bühne sichtbar werden. Es fördert seit vielen Jahren mit großem Erfolg junge Autor*innen, die mit Hingabe für ihr Publikum schreiben und sich durch die Zusammenarbeit mi dem GRIPS zu bekannten Größen der Szene etabliert haben. Die entwickelten Stoffe finden große Beachtung und werden von anderen Theatern über die Stadtgrenzen hinaus aufgegriffen und adaptiert. Das GRIPS prägt seit jeher künstlerisch und inhaltlich maßgeblich die Kinder- und Jugendtheaterszene und ist durch ihre zahlreichen Kooperationspartner weltweit vernetzt.

Eine weitere tragende Säule des GRIPS ist die theaterpädagogische Arbeit. Unsere Theaterpädagog*innen bilden mit ihren Recherchen vor Ort die Schnittstelle zwischen Theatermachern und Publikum, die sie bereits vor der Premiere in den Produktionsprozess einbinden und anschließend durch zahlreiche Angebote weiter begleiten. Sie sind für die Entstehung von theatralen Stoffen im GRIPS unabdingbar. Darüber hinaus geben unsere Mitarbeiter*innen jungen Menschen Möglichkeiten und Mittel der Partizipation an künstlerischen Prozessen und gesellschaftskritischen Diskursen in die Hand. Die Vielfalt der theaterpädagogischen Projekte wird vor allem auch durch die Kooperation mit zahlreichen Partnern in künstlerischen und gesellschaftlichen Feldern ermöglicht.

Das GRIPS ist ein Ensembletheater, das mit großem Engagement hinter der Arbeit und ihren Stoffen steht, die auf der Bühne sichtbar werden. Der basisdemokratische Gedanke spielt dabei eine entscheidende Rolle. Alle Fragen über spielplanrelevante Inszenierungen werden z.B. mehrheitlich mit gewählten Vertreter*innen aus allen Abteilungen des Hauses nach einem Mitbestimmungsmodell in einem Gremium beschlossen.

Das GRIPS steht also für Emanzipation, Bewegung und Partizipation, das seine Zuschauer dabei nie aus dem Blick verliert. Und das wird auch in Zukunft unter der neuen Theaterleitung von Philipp Harpain so bleiben.

Philipp Harpain
Theaterleiter

Andreas Joppich
Geschäftsführer