Für körperliche, geistige und seelische Gesundheit

„Theater auf Rezept“ soll Berliner Eltern und Kindern nicht nur einen zusätzlichen Anreiz geben, die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen U10 / U11 / J1* beim Kinder- und Jugendarzt zu nutzen. Es soll vor allem Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Milieus die Chance geben, eine Kultureinrichtung kennen zu lernen, vor der oft Schwellenängste bestehen.

Die Bedeutung des Projektes "Theater auf Rezept"
aus Sicht der Ärzte:

„Ein Theaterbesuch wirkt gegen die Bildungsverelendung der Kinder und Jugendlichen, die durch mangelnde Anregung in den Familien, durch übermäßigen Fernseh- und Spielkonsolenkonsum entsteht“, so Dr. Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bei der Vorstellung des Projekts in Berlin. „Als Kinder- und Jugendärzte haben wir es in unseren Praxen heute vielfach nicht mehr mit den klassischen „Kinderkrankheiten“ zu tun, sondern mit den so genannten neuen Morbiditäten: mit sozial bedingten Entwicklungsstörungen, vor allem Sprachstörungen. Dadurch haben die betroffenen Kinder Schwierigkeiten in der Schule, später kommen Probleme hinzu, einen Ausbildungsplatz zu bekommen, Arbeit zu finden. Mit Logopädie lassen sich diese Entwicklungsstörungen nicht heilen. Die Kinder sind ja gesund. Hilfe gibt es nur durch Entwicklungsanregung. Hier hilft das „Theater auf Rezept“. Die Theaterwelt ist dreidimensional, es sprechen und bewegen sich echte Menschen und keine Bildschirmschatten mit elektronisch erzeugter Sprache aus Lautsprechern. Kinder erleben gemeinsam die Szenen ihres Alltages, sie sehen sich in einer Art Spiegel und können vielleicht begreifen, warum sie so unglücklich sind, warum sie auf der Schattenseite leben und wie vielleicht Lösungen auch für sie persönlich aussehen.“

aus Sicht des Theaters:
„Kinder- und Jugendtheater ist eine intensive Dosis kulturelle Bildung und ein unverzichtbares Lebensmittel, das Kinder aller Schichten und Kulturen brauchen, um selbstbewusst, einfühlsam, freundlich, kreativ und klug zu werden. Kinder- und Jugendtheater braucht dementsprechenden Schutz und liebevolle Förderung. Sonst sind in naher Zukunft die Theater leer und die Herzen kalt“, so Stefan Fischer-Fels, Vorstand der Internationalen Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater (ASSITEJ) und künstlerischer Leiter des GRIPS Theaters.

aus Sicht des Sponsors:
„Wir als Krankenkasse“, so Mathias Sebbesse, Regionalgeschäftsführer bei der SBK, „betrachten die Gesundheitsförderung im Allgemeinen, aber besonders die von Kindern und Jugendlichen, als ganzheitliche Aufgabe. Es geht also nicht ausschließlich darum, den Körper gesund zu erhalten - gerade im Kindes- und Jugendalter ist es besonders wichtig, auch ein Augenmerk auf die Förderung geistiger und seelischer Gesundheit zu legen. Kulturelle Erlebnisse, wie beispielsweise Theaterbesuche, können dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.“ Durch das Verschenken der Theaterkarten in den Praxen wird außerdem ein Anreiz geschaffen, Vorsorgeuntersuchungen überhaupt wahr zu nehmen. Mathias Sebbesse: „Die U-Untersuchungen sind besonders wichtig für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Mit ihrer Hilfe können viele Krankheiten oder Störungen der körperlichen, geistigen und sozialen Entwicklung frühzeitig erkannt und damit gut behandelt werden. Je mehr Kinder und Jugendliche diese Vorsorgeuntersuchungen nutzen, desto besser.“ 
Die Siemens Betriebskrankenkasse war bis 2015 Hauptsponsor.


*seit Einführung des Projektes 2009 haben nahezu alle Krankenkasse sich entschlossen, auch diese drei Vorsorgeuntersuchungen zu übernehmen.