Prävention von sexuellen Übergriffen

Als GRIPS Theater fühlen wir uns dem
Wertebasierten Verhaltenskodex zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Machtmissbrauch
des Bühnenvereins, beschlossen auf der Jahreshauptversammlung am 8. Juni 2018 in Lübeck, verpflichtet. Die deutschen Theater und Orchester, geben grundlegende künstlerische Impulse in eine sich stets wandelnde Gesellschaft und sind daher nicht nur Bewahrer der künstlerischen Freiheit, sondern auch Katalysator gesellschaftlicher Weiterentwicklung. Aus diesem Verständnis heraus haben sie den folgenden Verhaltenskodex entwickelt, der einen Verständigungsprozess und einen progressiven Umgang aller Mitarbeiter*innen an unseren Theatern und Orchestern in Gang setzen soll.
Als Theater und Orchester haben wir gemeinsame Werte. Wir zeigen Haltung und ermutigen uns gegenseitig, jede Form von Übergriff oder Diskriminierung zu unterbinden. Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit sind für uns elementar. Wir stellen uns der Herausforderung, die Diversität unserer Gesellschaft in unseren Häusern abzubilden und zu leben. Innerbetrieblich zeigen wir einander Respekt und Wertschätzung. Wir sorgen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in den Betrieben und ein soziales Miteinander mit dem Willen, Konflikte offen anzusprechen und zu lösen. Wir bemühen uns um klare und vertrauensvolle Kommunikation auf allen Ebenen unserer Häuser.
Wir tragen aufgrund dieses Selbstverständnisses und als Arbeitgeber die Verantwortung, unsere Mitarbeiter*innen und Künstler*innen aktiv vor sexueller Belästigung und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz zu schützen.
Dem Management und der Führungsebene jedes Theaters und jedes Orchesters obliegen in diesem Zusammenhang besondere Fürsorgepflichten für die Mitarbeiter*innen. Dieser stellen wir uns als Mitglieder im Deutschen Bühnenverein und sehen es als unsere Aufgabe an, mit diesem wertebasierten Verhaltenskodex für ein diskriminierungs- und angstfreies Arbeitsklima zu sorgen.
Grundsätzliches Kennzeichen der Belästigung ist eine Grenzüberschreitung, die ein anderer Mensch gegen seinen Willen erfährt. Als Belästigung können auch Vorgänge empfunden werden, die nicht beabsichtigt waren. Es ist daher nicht angebracht, die persönliche Sphäre anderer zu überschreiten, unter anderem durch:
die (auch versuchsweise) Erzwingung sexueller Handlungen mittels Gewalt oder Androhung von Gewalt
direkte/indirekte Drohung mit Nachteilen für die Ablehnung von Avancen
Versprechen von Vorteilen für sexuelle Zugeständnisse
Zeigen oder Verbreiten von Pornografie
anzügliche und sexualisierte Bemerkungen, Witze und Gesten
abfällige Bemerkungen über den Körper, die Sexualität oder die sexuelle Orientierung Anderer
nicht einvernehmliche körperliche Berührungen
Verlangen nach sexueller Aufmerksamkeit.
Auf Basis der oben angeführten Werte verpflichten wir uns auf verbindliche Verhaltensregeln für alle Mitarbeiter*innen in unseren Häusern, unabhängig von ihrer Position:
Ich trenne zwischen dem, was innerhalb und außerhalb der künstlerischen Arbeit erlaubt ist und missbrauche diese Freiräume der Kunst nicht.
Ich verhalte mich respektvoll gegenüber allen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Herkunft und sexueller Orientierung.
Ich unterlasse jede Form von sexueller Belästigung.
Ich unterlasse Übergriffe in gestischer, sprachlicher und körperlicher Form.
Ich gehe verantwortungsvoll mit der mir übertragenen Macht um.
Ich bin mir bewusst, dass mein Verhalten bei meinem Gegenüber eine andere Wirkung erzielen kann als beabsichtigt. Ich gehe damit empathisch und verantwortungsvoll um.
Ich kommuniziere eindeutig und klar.
Ich spreche Konflikte offen an und bemühe mich, sie fair zu lösen.
Ich schreite aktiv ein, wenn ich Zeug*in von Übergriffen, Machtmissbrauch und unangebrachtem Verhalten jeglicher Art werde und spreche unangemessenes Verhalten direkt an.
Das Überwinden von sexueller Belästigung und Machtmissbrauch ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die einen Kulturwandel voraussetzt. Als Theater und Orchester sorgen wir dafür, dass das Bewusstsein für sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz geschärft wird. Mit dem hier vorliegenden Kodex soll ein weiterer Schritt in diese Richtung geleistet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass sich alle Theater und Orchester und die Rechtsträger die Zeit und den Raum nehmen, sich mit dem Thema zu befassen, eigene Prozesse kritisch zu hinterfragen und die hier statuierten Werte in ihrem eigenen Alltag umzusetzen. Dazu notwendig sind auch flankierende Maßnahmen wie Schulungen und Aufklärung. Bei Verdacht auf sexuelle Belästigung oder Missbrauch verpflichten wir, die deutschen Theater und Orchester, uns darauf, alle notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung und zum Schutz der betroffenen Personen einzuleiten.
Ansprechpartner im GRIPS Theater bei Verdacht auf sexueller Belästigung und Machtmissbrauch – sowohl gegenüber festen und freien Mitarbeitenden als auch gegenüber Zuschauer*innen und Teilnehmenden - ist der Betriebsrat. Kontakt: betriebsrat@grips-theater.de
Darüber hinaus können sich Betroffene in Zukunft an die überbetriebliche Vertrauensstelle des Bühnenvereins wenden. Kontakt: themis-vertrauensstelle.de

As GRIPS Theater we feel committed to the
Values-based Code of Conduct for preventing sexual assault and abuse of power
of Deutscher Bühnenverein, decided on the annual general meeting on June 8, 2018 in Lübeck.
The German theatres and orchestras, provide fundamental artistic input into an ever-changing society. In this respect, we not only work to preserve artistic freedom but also serve as catalysts for social progress. Based on this understanding, the following Code of Conduct has been developed. It aims to set in motion a communication process and a progressive mode of conduct for all those who work in our theatres and orchestras.
As theatres and orchestras, we have shared values. We take a clear stance and encourage each other in our efforts to stamp out all forms of abuse or discrimination. Gender equality and equal opportunities are elementary for us. We set ourselves the challenge of reflecting the diversity of our society in our establishments – i.e. in our theatres, halls and other venues – and of putting it into practice. We treat our direct colleagues with respect and esteem. We ensure that we work together with them in a spirit of partnership with the kind of social interaction where conflicts are addressed and resolved in an open manner. We strive for clear, trust-based communication on all levels of our establishments.
On the strength of this self-conception and in our role as employers, we are responsible for actively protecting our employees and artists from sexual harassment and abuse of power in the workplace.
The management and administrative/artistic directors of each theatre and orchestra have a special duty of care towards their employees in this connection. As members of Deutscher Bühnenverein – German Theatre and Orchestra Association – we readily assume this duty of care and see it as our responsibility to ensure, with this values-based Code of Conduct, a working environment that is free of fear and discrimination.
Harassment can be defined as crossing a line against another person’s will. Certain actions may also be felt to constitute harassment without this being intended. It is therefore not appropriate to invade another person’s personal space, including by:
Forcing (or attempting to force) sexual acts through violence or the threat of violence
Directly or indirectly threatening negative consequences if advances are refused
Promising positive consequences in return for sexual concessions
Showing or sending pornography
Making insinuating and sexualised remarks, jokes and gestures
Making derogatory remarks about the bodies, sexuality or sexual orientation of others
Making unwanted physical contact
Demanding sexual attention.
Based on the above values, we commit to binding rules of conduct for all employees in our establishments, regardless of their position:
I will make a distinction between what is allowed within and outside the scope of artistic work and will not abuse the artistic freedom that this work affords.
I will treat everyone with respect, regardless of gender, age, religion, disability, origin and sexual orientation.
I will refrain from all forms of sexual harassment.
I will refrain from all forms of gestural, verbal and physical abuse.
I will use the power entrusted to me responsibly.
I will be aware that my conduct towards other people may have a different effect than intended and will be empathic and responsible in my dealings with them.
I will communicate clearly and unambiguously.
I will address conflicts openly and endeavour to resolve them fairly.
I will intervene if I witness assaults, abuses of power or inappropriate behaviour of any kind and will speak directly to the person conducting him/herself inappropriately.
Putting a stop to sexual harassment and abuse of power is a task for society as a whole and requires a cultural shift. As theatres and orchestras, we ensure a greater level of awareness for sexual harassment and abuse of power in the workplace. This Code of Conduct aims to take a further step in this direction. In order for this goal to be achieved, it is necessary for all theatres, orchestras and the institutions that fund them to take the time to examine this issue, to make a critical examination of their own processes, and to put the values set down here into practice in their own everyday activities. This also calls for supporting measures such as training and instruction. If we suspect sexual harassment or abuse, we – the German theatres and orchestras – undertake to introduce all measures necessary for clarifying the situation and protecting the persons concerned.
Contact person in the GRIPS theater in case of suspicion of sexual harassment and abuse of power - both to employees and freelancers as well as to spectators and participants - is the works council. Contact: betriebsrat@grips-theater.de
In addition, affected persons may in future contact the inter-organisational support point of Deutscher Bühnenverein. Contact: themis-vertrauensstelle.de