Historie

Von 1969 bis heute

Stokkerlok und Millipilli 1969, im Bild: Theodor Puechel, Barbara Maasch, Dieter Kursawe Balle, Malle, Hupe und Artur 1971, im Bild: Jörg Friedrich, Barbara Hampel, Dagmar Dorsten, Ulrich Gressieker Doof bleibt doof 1973, im Bild: Birger Heymann (vorne), Reiner Lücker (oben Mitte), Volker Ludwig (oben rechts) Ein Fest bei Papadakis 1973, im Bild: Peter Seum, Christian Veit Das hältste ja im Kopf nicht aus 1975, im Bild: Dietrich Lehmann, Heinz Hoenig, Inge Blau, Thomas Ahrens, Irmi Paulis, Renate Küster (oben), Erika Strotzki, Gaby Go, Peter Seum, Ulrike Bliefert Banana 1976, im Bild: Heinz Hoenig, Christian Sorge Die schönste Zeit im Leben 1978, im Bild von hinten nach vorne: Bernd Vollbrecht, Heinz Hoenig, Peter Seum, Christina Grabowski, Ilse Biberti, Anette Kluge, Barbara Werz, Stefan Friedrich Spaghetti mit Ketchup 1979, im Bild: Thomas Ahrens, Lutz Reichert, Stefan Gossler Stärker als Supermann 1980, im Bild: Volker Kellner, Dietrich Lehmann Eine linke Geschichte 1980, im Bild: Stefan Friedrich, Christina Grabowski, Stefan Gossler, Dietrich Lehmann Alles Plastik 1981, im Bild: Christina Grabowski, Brigitte Stockmann (vorne), Die Band: Michael Brandt, Thomas Holm, Axel Kottmann, Richard Wester (hinten) Dicke Luft 1982, im Bild: Nikola Kreß, Rüdiger Wandel, Christian Veit,Christiane Reiff, Bernd Vollbrecht Der Spinner 1983, im Bild: Guntbert Warns, Rüdiger Wandel, Sabine Baruth, Petra Zieser Voll auf der Rolle 1984, im Bild: Petra Zieser, Ilona Schulz, Dieter Landuris, Thomas Ahrens, Yalcin Güzelce, Rüdiger Wandel Jule, was ist los 1985, im Bild: Dieter Landuris Ewig und drei Tage 1987, im Bild: Janette Rauch, Dieter Landuris, Nina Lorck-Schierning, Annette Kluge Auf der Mauer 1990, im Bild: Christian Giese, Arndt Schwering-Sohnrey, Axel Prahl, Uli von Lenski Himmel, Erde, Luft und Meer 1990, im Bild: Barbara Werz, Nina Lorck-Schierning, Eva Blum, Claus-Peter Dahmitz Heimat los 1992, im Bild: Andreas Hoppe, Thomas Ahrens Freiheit und Abenteuer 1992, Matthias Witting, Jörg Miegel, Michael Brandt, Robert Neumann, George Kranz, Axel Kottmann Kloß im Hals 1993, im Bild: Axel Prahl, Adelheid Kleineidam Vorsicht Grenze 1995, im Bild: Axel Prahl, Uli von Lenski Das Herz eines Boxers 1996, im Bild: Axel Prahl Cafe Mitte 1997, im Bild: Julia Blankenburg, Christian Veit, Uli von Lenski, René Schubert, Michaela Hanser Indian Curry 1997, im Bild: Rüdiger Wandel, René Schubert, Herman Vinck, Christian Giese (hinten) Komm wir knutschen 1998, im Bild: Arndt Schwering-Sohnrey, Julia Blankenburg

Eine Chronik

August 2011 – April 2013

Im August 2011 gab es den ersten Leitungswechsel in der Geschichte des Grips. Ich darf mich vorstellen: Stefan Fischer-Fels. Ich werde nun diese kleine total subjektive Geschichte des Grips Theaters auf meine Weise fortschreiben.

DER LEITUNGSWECHSEL

1993 – 2003 habe ich am Grips, meiner ersten Theaterstation, als Dramaturg und Theaterpädagoge gearbeitet und gelernt, war dann mit Erfolg acht Jahre Leiter des Jungen Schauspielhauses Düsseldorf – bis Volker Ludwig mich fragte, ob ich sein Nachfolger werden wolle. Lange Verhandlungen folgten, Vertrag und Geschäftsordnung mussten erarbeitet, die Kompetenzen geklärt werden: Volker Ludwig bleibt auf eigenen Wunsch Geschäftsführer und ist für die finanzielle Seite zuständig, Fischer-Fels wird Künstlerischer Leiter und verantwortet die künstlerische Seite. So komme ich im Sommer 2011 wieder zurück in meine Heimat, mit vielfältigen neuen Erfahrungen im Gepäck und vielen Plänen, um dem Grips neue Impulse zu geben und meine künstlerischen Vorstellungen umzusetzen. Aus Düsseldorf bringe ich mit die Dramaturgin Kirstin Hess, die Theaterpädagogin Nora Hoch, die Schauspieler Alessa Kordeck und René Schubert. Neu ins Ensemble kommen außerdem zwei schon grips-bekannte wunderbare Schauspieler: Regine Seidler und Florian Rummel, ein halbes Jahr später kommt der ganz junge Paul Jumin Hoffmann dazu. Jennifer Breitrück, Katja Hiller, Nina Reithmeier, Thomas Ahrens, Robert Neumann, Jens Mondalski, Roland Wolf bleiben – mit Erfahrung einerseits und mit Lust auf Neues andererseits, eine Mischung, schon bald ein herausragendes Ensemble zusammenwachsen lässt: locker, lässig, direkt und wahrhaftig. Auch die meisten anderen bewährten Grips-Mitarbeiter verbleiben am Haus: Anja Kraus, Ute Volknant in der Öffentlichkeitsarbeit, Winfried Tobias in der Dramaturgie, Philipp Harpain, Stefanie Kaluza, Susanne Rieber in der Theaterpädagogik. Karen Giese kommt neu als „Leiterin Besucherservice“ und gründet, als gelernte Theaterpädagogin, gleich den ersten Grips-Kinderklub.

Wir wollen nicht wie üblich „alles anders machen“, und komplett neu zu beginnen, wäre an diesem wunderbaren einzigartigen Grips Theater wohl auch fehl am Platz. Trotzdem ist es ein Neuanfang, ein Balanceakt zwischen Bewahrung und notwendiger Erneuerung. Klassische Grips-Stücke wie „Linie 1“ und „Ab heute heißt du Sara“ bleiben weiter im Programm, Volker Ludwig bleibt dem Haus als Autor erhalten, in der ersten Spielzeit schreibt er – der legitime Nachfolger von Erich Kästner (so der Verlag!) – eine zeitgemäße Version von „Pünktchen und Anton“; Thomas Ahrens ist jetzt der „Elder Statesman“ unter den Schauspielern, und Dietrich Lehmann berät hin und wieder und mit großem Gewinn die Dramaturgie. Neu ist die intensive Zusammenarbeit mit jungen Regisseuren und neuen Autoren, die sich mit „Grips“ beschäftigen und mit uns ihre eigenen Zugänge zu diesem besonderen Theater suchen: Jede Produktion, jedes Künstlerteam definiert seinen Stil und seine Mittel neu. Wir wissen nicht, wie es geht, wir können irren. Wir forschen. Uns ist nur die Richtung klar. Neu sind auch Sonderformate wie „Berliner Kinderkongress“ und „Gegenbilder“, mit denen wir unsere politische und theaterpädagogische Arbeit akzentuieren und offen auf unser Publikum zugehen.

Mit dem Projekt „Theater auf Rezept“ wird eine Kooperation mit den Berliner Kinderärzten ins Leben gerufen. Mit „Grips-Fieber“ startet ein Kooperationsprojekt mit zahlreichen Berliner Schulen und zahlreichen Sponsoren.

SPIELZEIT 11/12

Das Vorspiel kommt aus Düsseldorf: Daniela Löffners preisgekrönte Inszenierung von Hermann Hesses „Demian“ verstört und begeistert und deutet an, dass Grips sich neugierig öffnet für neue Stoffe und neue Erzählweisen.

Mit zwei Premieren starten wir: „Schöner wohnen“ nimmt die Tradition des „musikalischen Schauspiels mit Musik“ auf, Franziska Steiof, dem Haus seit über 10 Jahren verbunden, entwickelt mit Thomas Zaufke, dem Ensemble und den Musikern einen „Liederabend“, der gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der immer krasser werdenden „Gentrifizierung“ in Berlin darstellt: Die Vertreibung der Mieter aus bezahlbaren Wohnungen wird am Beispiel eines Hauses in Moabit durchgespielt. Am Schluß, der die individuellen Entscheidungen der Bewohner statt eines solidarischen Protests in den Mittelpunkt rückt, scheiden sich die Geister. Fürs Podewil schreibt Lutz Hübner sein erstes Kinderstück für die Kleinen 6+, „Held Baltus“. Das Stück, geschrieben für GRIPS und unser Partnertheater „Compania Paideia“ in Sao Paulo, wird nominiert für den Deutschen Kindertheaterpreis 2011, die Inszenierung des jungen Jörg Schwahlen, der zuvor in Düsseldorf bereits mit zwei Hübner-Inszenierungen für Furore gesorgt hatte, wird mit dem wunderbaren „Baltus“ Roland Wolf zu Festivals nach Sao Paulo und zu den Mülheimer Kinderstücken eingeladen. Die brasilianische Version wird mit großem Erfolg in Deutschland gezeigt, auch natürlich im Grips.

Danach kommen gleich drei Paukenschläge: Frank Panhans inszeniert mit großer Besetzung Volker Ludwigs „Pünktchen trifft Anton“, gespielt von Jennifer Breitrück und Florian Rummel, das dann 2013 zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen eingeladen wird. Und der „1.Berliner Kinderkongress 2011“ beschäftigt sich drei Tage lang intensiv mit dem Thema des Stückes – Armut und Reichtum – zusammen mit 100 Kindern, die dazu auf eine künstlerische Forschungsreise gehen.

Wiederum Franziska Steiof hebt den Schatz der legendären Grips-Lieder in einem wunderbaren Programm für Kinder mit dem Titel „Die fabelhaften Millibillies“. Sönke Wortmann inszeniert Lutz Hübners Elternabendstück „Frau Müller muss weg“ – und gewinnt damit zahlreiche Publikumspreise bei Festivals. – Danach ist wieder Zeit für Neues und Experimentelles: Ensemblemitglied Robert Neumann wagt sich an Martin Baltscheits mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnete ungewöhnliche Tierparabel „Die besseren Wälder“ – und gewinnt: mit einer grandiosen Inszenierung für Jugendliche! Mit dem „Komödienautor“ David Gieselmann und der jungen wunderbaren Regisseurin Mina Salehpour – und wiederum einem unglaublich starken Ensemble! – erarbeiten wir ein Stück „Über Jungs“, das zum Heidelberger Stückemarkt 2013 eingeladen wird. Beide, Salehpour und Neumann, erhalten 2012 bei der Kritikerumfrage in „Theater heute“ eine Nennung als „Nachwuchsregisseur des Jahres“. So stehen nun Alt und Neu in unterschiedlichen Mischungen nebeneinander und beäugen sich teils neugierig, teils kritisch. Doch das Publikum zieht mit, und wir gehen ermutigt in die zweite Spielzeit, um das Neue zu verstetigen.

SPIELZEIT 12/13

Wir beginnen mit dem Siegerstück des 4. Berliner Kindertheaterpreises, „Leon und Leonie“ von Thilo Reffert, ein kleines Juwel auf großer Bühne, von Jörg Schwahlen im großartigen Bühnenbild von Nadia Schrader für Kinder und Familien feinsinnig und mit überraschenden Lösungen in Szene gesetzt. Das Stück ist auch deswegen eine große Freude für die Lehrer, weil Schule ausnahmsweise einmal nicht als Problem, sondern als kindlicher Sehnsuchtsort dargestellt wird. Im Podewil entwickelt Frank Panhans mit Regine Seidler und René Schubert und der Dramaturgin Kirstin Hess das erste Grips-Stück für die Allerkleinsten, „aneinander – vorbei“, eine Koproduktion mit dem „Dschungel Wien“, das gleich beim Festival in Bukarest den Preis für herausragende Interaktion zwischen Schauspielern und Zuschauern gewinnt und zu zahlreichen weiteren Festivals eingeladen wird.

Das Impulsgastspiel kommt diesmal vom Jungen Schauspiel Hannover: Florian Fiedler adaptiert Lukas Moodysons Film „Zusammen“ – und begeistert damit das Publikum in Berlin!

Eine der populästen transkulturellen Filmkomödien der letzten Jahre hat Anno Saul nach dem Drehbuch von Fatih Akin u.a. zu großem Kinoerfolg geführt: Jetzt inszeniert er die Theateradaption von „Kebab Connection“ rasant und humorvoll für Jugendliche und Erwachsene – nach „Frau Müller“ schon der zweite Knaller im Abendspielplan!

Zwei Jahre lang haben wir nach dem „blauen Gold“ gesucht, nach einer Möglichkeit, eines der brennendsten Zukunftsthemen in eine Theatergeschichte zu bannen: Unser Umgang mit Trinkwasser ist eine kleine Geschichte des Kapitalismus und unseres Umgangs mit den Ressourcen der Erde – für Kinder ab 9 Jahren eine anspruchsvolle Aufgabe, der sich Autor Thomas Ahrens mit helfenden guten Geistern, Winfried Tobias und Dietrich Lehmann vorneweg, widmen, um dann an den jungen und doch schon erfahrenen oben bereits genannten Regisseur Florian Fiedler vom Jungen Schauspiel Hannover zu übergeben, der das Stückmaterial noch einmal neu zusammensetzt und mit sechs Schauspielern auf die Bühne bringt. Zu diesem Stück findet auch der „2. Berliner Kinderkingress“ statt, „Das Blaue Gold oder Wem gehört die Welt?“, eine Untersuchung mit wiederum 100 Kindern und Dozenten aus dem Theater und Referenten aus dem „globalen Süden“.

Mit der Open-Stage-Reihe „Bonustrack“ entert unser Publikum selbst die Bühne – mit erstaunlicher Resonanz. Der „U20-Poetry-Slam“ ist ebenfalls beim jungen Publikum ein Renner. Die Reihe „Gegenbilder“, die Nachrichten jenseits des Mainstreams mit den Partnern Kontext TV und Globale Filmfestival vorstellt und diskutiert, erweitert und erhellt den Kontext unserer Arbeit und nimmt bezug auf Stück- und Themenauswahl.

Die BANDA AGITA, unser Jugendklub, beschäftigte sich im Jahr 2012 bei „Rise up!“ mit Schulprotesten und im April 2013 mit dem lang recherchierten Thema „Lebensmittel“ in dem Stück „Damit spielt man nicht!“. Der Kinderklub wagt sich sogar an das Thema Nationalsozialismus heran. Mit „Aussetzer“ von Lutz Hübner bringen wir noch im Juni 2013 ein seit langem geplantes wunderbares Stück endlich ins Grips, Yüksel Yolcu inszeniert, Paul Hoffmann und Katja Hiller spielen.

Vieles ist im Grips in Bewegung geraten, alte Gewißheiten werden infrage gestellt, und wir nehmen, inzwischen „angekommen“ in Berlin und an diesem besonderen Ort, enthusiastisch Kurs auf die

SPIELZEIT 13/14

Hier gibt es fünf Premieren – alles Uraufführungen! – und zahlreiche „Extras“.

1969 – 2009

Wer sich für die weiter zurück liegende Vergangenheit des GRIPS interessiert, findet in unserer Chronik zum Download alles Wissenswerte über eines der berühmtesten (Kinder-) Theater der Welt - mit zahlreichen Fotos, Informationen zu Stücken und Inszenierungen, Gastspielen im In- und Ausland und einer „kleinen Chronik“ von Volker Ludwig - Zeitraum 1969 bis 2009.