Guckklub Berlin

Überall Theater

Für alle Theaterfans ab 16 Jahren, die eine Publikumsgemeinschaft suchen und mehr Bühnen entdecken möchten. Als neue Gruppe leidenschaftlicher Theatergänger*innen, besuchen wir einmal im Monat gemeinsam eine Inszenierung in unterschiedlichen Berliner Spielstätten. Dabei tauschen wir uns über unsere kollektive Theatererfahrung aus, diskutieren, zelebrieren, kritisieren und analysieren in vielfältigen Formen, begleitet von Theaterpädagog*innen der Berliner Theaterlandschaft.

Eine Initiative des Arbeitskreis Theaterpädagogik der Berliner Theaterhäuser.
______________________________________________________________________

11. Treffen: MACBETH am Berliner Ensemlbe

Termin: Dienstag, den 19.2.2019

Ablauf:
18.45 Uhr Treffen an der Pforte (rechte Gebäudeseite)
19.30 Uhr Stückbeginn

Treffpunkt: Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin

Preis: 13 Euro im Guckklub Spezialpreis, 9 Euro ermäßigt für Schüler*innen und Studierende

Anmeldung bitte bis 15. Februar unter einblicke@berliner-ensemble.de

Zum Stück:
"Macbeth" gehört zu den berühmtesten Dramen des William Shakespeares. Heiner Müllers Übersetzung ist viel mehr als nur eine Überarbeitung. Sie ist ein originäres Drama über die Dialektik der Macht.
Nach der Flut grausamer Diktatoren, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat, rückt neben Hamlet auch Macbeth in die Reihe der archetypischen Figuren. Sein Machtwille wird so lange angestachelt, bis er eine Position erreicht hat, die er nicht mehr ausfüllen kann. Seine Angst bekämpft er mit immer grö­ßerer Gewalt und seine Herrschaft kann er nur noch in sadistischen Befehlen genießen. Die politische Lage in "Macbeth" gleicht einer trüben Sumpflandschaft, in der jede Handlung erstirbt.
Bei der Uraufführung 1972 in der DDR musste sich Heiner Müller den Vorwurf des Nihilismus gefallen lassen. Heute muss man feststellen, dass es sich um das realistische Bild einer Welt handelt, in der die Mächtigen ihr wichtigstes Ziel darin sehen, ihre Macht zu erhalten. Shakespeares Fabel zeigt in Heiner Müllers Fassung, wie Geschichte zum utopielosen Raum wird, wenn die Zukunft schon im Moment des Handelns abstirbt. Eine Ge­sellschaft, die nur noch ihren Status Quo bewahren will, erstarrt in Angst vor sich selbst und gebiert Grausamkeit statt Hoffnung.
Michael Thalheimer setzt als Hausregisseur mit dieser Inszenierung seine Beschäftigung mit Shakespeare und Heiner Müller fort.

Trailer: https://www.berliner-ensemble.de/inszenierung/macbeth