Klamms Krieg
Ein Monolog über Gewalt und Abhängigkeiten in der Schule
von Kai Hensel Regie: Frank Panhans

| Premiere | 12. Februar 2003, GRIPS Theater mobil |
| Für Menschen ab | 15 Jahre |
| Dauer | 1 Stunde 30 Minuten (eine Pause) |
Stückbeschreibung
Die Schüler haben dem Deutschlehrer Klamm durch einen Brief den Krieg erklärt. Sie geben ihm die Schuld am Tod eines Mitschülers. Klamm ist gezwungen, sich der schweigenden Menge gegenüber zu verteidigen und stellt dabei mehr und mehr sich selbst, seine Schüler, ja das ganze Schulsystem in Frage. Ein provozierender Monolog über Gewalt und Abhängigkeiten in der Schule.
Klamm ist ein junger Lehrer, alt genug, um schon desillusioniert zu sein, aber noch nicht zu alt, um einen Neuanfang zu wagen. Er ist Täter und Opfer in einem: Einerseits wehrt er sich berechtigterweise gegen den Vorwurf, er allein habe den Tod des Schülers verschuldet. Eher sieht er sich selbst als Opfer: Opfer struktureller Gewalt, die sich am Tatort Schule brennpunktartig manifestiert. Klamm ist zerrieben zwischen dem Anspruch auf Wissensvermittlung und der Notwendigkeit, Werteerziehung zu betreiben. Klamm ist aber auch einer, der sich entschieden hat, sein Fach Deutsch zu verteidigen gegen die allgemeine moralische Verwahrlosung und intellektuelle Verlotterung, der für Strenge steht und Notengebung als Machtinstrument und Disziplinierungsmaßnahme. Er ist einer, der sich gegen die Zeit stellt und ein Schulsystem vertritt, das nicht mehr zeitgemäß ist. Von offenem Unterricht, Beziehungsangeboten und neuen Formen des Lernens hält er nichts.
Vor allem aber ist Klamm ein Mensch voller Widersprüche, der Alpträume und Hoffnungen hat, der aber einer von uns bleibt, normal, menschlich, manchmal sogar sympathisch.
„Klamms Krieg“ soll als Denkanstoß für Lehrer und Schüler verstanden werden, gemeinsam die Schule zu einem lebenswerte(re)n Ort zu entwickeln.
„Nicht das Wegsehen, das Hinsehen macht die Seele frei.“ (Theodor Litt)




