Krach im Bällebad
von Ilona Schulz und Boris Pfeiffer Regie: Rüdiger Wandel

| Uraufführung | 6. Oktober 2010, GRIPS Klosterstraße |
| Für Menschen ab | 5 Jahre |
| Dauer | 55 Minuten (keine Pause) |
Stückbeschreibung
Ein Mädchen – ein Junge: Während die Eltern einkaufen, treffen die beiden im Kinderparadies eines Kaufhauses aufeinander. Aber wie miteinander spielen, wenn man nicht dieselbe Sprache spricht? Alle Annäherungsversuche scheitern und es knallt gewaltig: Sie baut ein Puppen-Traumschloss, er schießt es mit seinem Fußball kaputt. Eine Welt wird eingerissen, eine neue ausprobiert und die Geschichte beginnt von vorn: Ein Junge – ein Mädchen, zwei im Paradies...
Boris, der Junge aus Osteuropa, spielt ‚Junge sein' mit aller ihm zur Verfügung stehenden Verve – dass er trotzdem ein kleiner Angsthase ist, führt am Anfang zu einigen saukomischen Verwicklungen, später erweist sich seine emotionale Unbedingtheit als große, Barrieren überwindende Qualität. Rosa schleppt zwar immer ihren Puppenkoffer mit sich herum, ist aber ein durchaus sportliches und durchsetzungsfähiges, 'toughes' Mädchen. Ihr Versöhnungsangebot, ihre soziale Kompetenz und ihre Flexibilität (Boris zuliebe lässt sie sich auf Jungenspiele ein), führen am Ende zu dem freudig erlebten gemeinschaftlichen Spiel, zum spielerischen Kleider- und Rollentausch.
KRACH IM BÄLLEBAD ist vordergründig ein Theaterstück über das Thema Geschlechterrollen im frühesten Kindesalter, im wesentlichen aber eine Versuchsanordnung: Was passiert, wenn zwei durch Geschlecht und Sprache einander fremde kleine Menschen aufeinander treffen? Wie können sie es schaffen, den miteinander konkurrierenden Bedürfnissen nach Abgrenzung und gemeinsamem Erleben gleichermaßen gerecht zu werden? Wie kann der Wunsch, gesehen zu werden, mit der Notwendigkeit, den anderen zu sehen, gekoppelt werden?
Eine zutiefst menschliche Parabel also, von Regisseur Rüdiger Wandel kindgerecht und mit genauem Blick auf die reale Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder umgesetzt. Ein clowneskes Spiel ohne Worte und ein wahres Theaterfest – ein Angebot des GRIPS Theaters für die kleineren Zuschauer, die hier ganz nebenbei lernen können, wie Verabredungen im Theater funktionieren.




