Big Deal?
von David S. Craig aus dem Englischen von Anke Ehlers Regie: Robert Neumann

| Premiere | 15. April 2010, GRIPS Klosterstraße |
| Für Menschen ab | 14 Jahre |
| Dauer | 55 Minuten (keine Pause) |
| Karten | 13.00 €, ermäßigt 9.00 € |
| Theater der Schulen | 5.00 € (nur Berliner Schulen) |
Stückbeschreibung
Alex: Wann hast du zum letzten Mal einen Tag ohne Kiffen ausgehalten?
Jan: Weiß ich nicht mehr...
Drogen sollten legal sein und Kiffen ist nicht gefährlicher als Alkohol – das findet jedenfalls Jan, der auf einer Party von der Polizei mit einer größeren Menge Cannabis erwischt wird.
Sein Vater Carl dagegen nennt Jan „einen Verbrecher“ und hat Angst, sein Sohn könne auf die schiefe Bahn geraten. Vater und Sohn leben anscheinend auf zwei verschiedenen Planeten. Das Stück erzählt von der vorsichtigen Annäherung zwischen den beiden – vermittelt durch die Drogenberaterin Alex.
Der Autor David S. Craig, der in seiner Jugend selbst Erfahrung mit Cannabis gemacht hatte, begann sich als Vater ganz neu mit dem Thema auseinanderzusetzen, als seine Kinder anfingen, sich für Marihuana zu interessieren. Ihm wurde klar, dass sie die Droge und ihre Folgen verharmlosten: »„Schließlich ist es doch nur ein Kraut, oder?“ Auch ich war lange dieser Überzeugung. Meine Generation war es, die Marihuana erst so richtig populär gemacht, aus den Ghettos geholt und in der bürgerlichen Mittelschicht verbreitet hat. Aber als Vater sah ich mich plötzlich in der verzwickten Lage, gegen die Protesthaltung und all die fadenscheinigen Verharmlosungen zu argumentieren, die mir früher selbst so wichtig erschienen. Es gab jedoch keine andere Wahl für mich, denn ich musste mit ansehen, wie sich die Droge langsam aber sicher auf die Gesundheit und das Verhalten meiner Kinder auszuwirken begann, ohne dass sie selbst sich dessen bewusst waren.«
Auf der Folie der Drogenproblematik entfaltet sich in dem kammerspielartigen Jugendstück das Drama einer gefährdeten Vater-Sohn-Beziehung, ein Aspekt, für den sich Regisseur Robert Neumann besonders interessiert hat: »Es geht um einen jungen Mann, dessen Kontakt zu seinem Vater gestört ist. Mich interessiert die Frage: Wie kommt es dazu, dass Kinder und Eltern einander so fremd werden, was ist da passiert? Das Stück hält Möglichkeiten für eine Annäherung bereit, allerdings geht das nur über den Konflikt.«
„Big Deal?“ ist eine intelligente und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Pubertät und Identität, ein Stück über Drogensucht, Sehnsucht und das schwierige Experiment Familie.
Für die Unterstützung bei den Recherchen zum Stück bedanken wir uns bei der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin. Sie bietet Informationen und Beratung zu allen Fragen der Suchtprävention, umfangreiche und mehrsprachige Materialien, Workshops und Veranstaltungen.





