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Wie aus Marzahner und Kreuzberger SchülerInnen die Kreuzahner wurden

Mete-Eksi-Preis für das TuSch-Projekt „Schule der Besten“

Den zweiten Preis aus dem Mete-Eksi-Fonds 2004 erhielten Jugendliche aus Kreuzberg und Marzahn für ihre herausragende Arbeit in der Musik- Theater-Produktion Schule der Besten. Bei dem TuSch- Projekt (Theater und Schule) handelt es sich um eine Kooperation der Oberschule am Landsberger Tor und der Ferdinand-Freiligrath-Oberschule mit dem GRIPS Theater.

Diese ungewöhnliche Partnerschaft existiert bereits seit drei Jahren und wächst weiter. Die Jugendlichen arbeiten in jeder Spielzeit an Theaterprojekten, die sich inhaltlich an ihrem Leben orientieren und sich zugleich mit aktuellen GRIPS Produktionen beschäftigen. Durch den künstlerischen Ansatz ist ein Austausch über die unterschiedlichen Stadtbezirke hinaus gelungen, und bei den Beteiligten hat ein Sich- Öffnen gegenüber dem Fremden stattgefunden, das sich in gemeinsamer Arbeit und Freundschaft manifestiert.

In der aktuellen Produktion mit dem Arbeitstitel Projekt Nelly geht es um eine Reise nach Dubai oder Brandenburg/Havel - über das Reiseziel sind sich die SchülerInnen noch nicht einig.

Wie aus Marzahner und Kreuzberger SchülerInnen die Kreuzahner wurden:

Das TuSch-Projekt des GRIPS Theaters mit der Ferdinand-Freiligrath-OS und der Oberschule am Landsberger Tor startete mit einem Treffen aller Beteiligten nach einem gemeinsamen Besuch von Melodys Ring im GRIPS Theater. Mehr als 60 junge Akteure aus den beiden Stadtteilen hatten sich versammelt, einige kannten sich bereits aus dem Vorjahr, doch viele waren neu. In einem Theater-warm-up kamen sie sich beim Füßehackeln schon ein Stück näher - und nach dem ersten Treffen wurden bereits die ersten Handynummern ausgetauscht. An beiden Schulen wurden zeitgleich Texte und Szenen-Ideen zu Konkurrenz und Perspektiven der Jugendlichen entwickelt, Musiktitel umgeschrieben und einstudiert. Inspiriert von dem GRIPS-Stück Klasse der Besten beschäftigten sich die Jugendlichen mit Managertraining, Stressinterviews und Prüfungssituationen.

Endlich war es soweit: Anfang Dezember ging es auf gemeinsame Theaterfahrt nach Rheinsberg. Dort wurden die Szenen weiterentwickelt, der Plot zu Ende improvisiert und aufgeschrieben: Gesponsert durch die Wirtschaft soll es in Berlin eine neue Schule geben, die Schule der Besten, mit deren Abschluss gute Arbeitsmarktchancen garantiert sind. Bei einem dreitägigen Wettbewerb soll entschieden werden, wer aufgenommen wird. Alle wollen gewinnen, sie brauchen alle gute Noten, gute Abschlüsse, denn niemand will zu den 4 Millionen Arbeitslosen gehören. Das heikle an dem Aufnahmetreffen ist aber, dass es erstens eine Menge Geld kostet und zweitens die SchülerInnen sich gegenseitig auf Teamfähigkeit, soziale Kompetenzen, Leistungsfähigkeit und Wissen prüfen müssen. Um diesen Aufgaben gerecht werden zu können, beschließen KreuzbergerInnen und MarzahnerInnen zusammenzuhalten und nennen sich ab sofort Kreuzahner. Sie testen sich hart, aber gerecht, sie zeigen all ihr Können und hoffen, als Gruppe zu bestehen - nach 3 Tagen Ackerei werden jedoch alle abgelehnt. Die Jugendlichen auf der Bühne rebellieren, denken darüber nach, ihre eigene Schule zu gründen und ihre Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Auf jeden Fall bleiben sie auch nach der vermeintlichen Niederlage zusammen.

Sowohl in Kreuzberg als auch in Marzahn und bei der TuSch-Festwoche wurde die Schule der Besten zu einem Riesenerfolg. Durch ihre Leichtigkeit im Spielen, ihre Freude, auf der Bühne zu stehen und durch die Live-Musik wurden bestehende Vorurteile der ZuschauerInnen zumindest für die Dauer einer Aufführung hinweggefegt.

Die Schule der Besten wäre nicht möglich gewesen ohne: Eckard Dube, Emin Dogan, Juliane Ebert, Rosemarie Heiderich, Katrin Hellwig, Julia Hepperle, Ellen Hütter, Sue Lucas, Dorothea Quast.
Leitung: Philipp Harpain
Musikalische Leitung: Martin Michna

Kreuzberger und Marzahner, zwei Klassen aus den wahrscheinlich verschiedensten Stadtteilen Berlins, treffen auf der Bühne aufeinander. Schon letztes Jahr hatten wir mit dieser Klasse ein Stück auf die Bühne gebracht. Daher kannten wir uns bereits. Doch bei unserem ersten Treffen mussten wir einige Vorurteile aus dem Weg räumen. Wir haben das Stück fünfmal aufgeführt, in Marzahn und in Kreuzberg. Der beste Auftritt war aber in der Pumpe, während der TuSchtheatertage. An diesem Tag haben wir toll gespielt, mit viel Energie und Spaß an der Sache. Unser Projekt war interessant, vor allen Dingen aber war es spannend, ganz andere Jugendliche kennen zu lernen, die gar nicht so weit von uns entfernt aufgewachsen sind.

Maxie Randel, Schülerin des TuSch-Projektes