Amelie Köder, Luisa-Charlotte Schulz, Lisa Klabunde © David Baltzer | www.bildbuehne.de
Amelie Köder, Luisa-Charlotte Schulz, Lisa Klabunde © David Baltzer | www.bildbuehne.de
  • Für Menschen ab 16 /
  • Für Erwachsene
  • GRIPS Hansaplatz
  • Karten 22.00 €, 14.00 € ermäßigt, 5.50 € TdS?

    Theater der Schulen
    (nur Berliner Schulen)

  • Premiere: 07.06.2018

Phantom (Ein Spiel)

von Lutz Hübner und Sarah Nemitz
  • Ein Stück über uns, über Klischees und Rollenzuweisungen. Abgründig, irrwitzig, unvorhersehbar.

    Freitagnacht: Das Fast-Food-Restaurant hat endlich geschlossen, die Mitarbeiter beeilen sich beim Putzen und Aufräumen. Doch dann ein Schrei: „Da ist ein Baby!“ Einer ruft die Polizei. Schnell wird man sich bei der Befragung einig: Das Baby muss etwas mit der Frau zu tun haben, die kurz vor Schluss noch im Lokal war.

    Ausgehend von dieser Situation setzen sich fünf Schauspieler*innen auf die Fährte dieses „Phantoms“, sie nennen es „Blanca“, die Frau aus dem unbekannten Land. Ist es die Frau mit den vielen Sprachen, ist sie die Bulgarin, die Kroatin, die Romni, die Nicht-Deutsche oder die Missbrauchte, die Täterin, die Kluge, die Naive, die Ausgebeutete, die Heldin? Oder ist sie einfach nur ein Mensch, der auszog, sein Glück zu finden?

    Wir begleiten "Blanca". Wir tauchen ein in die Überlebensstrategien von Menschen, die sich durchbeißen, und erfahren gleichzeitig viel über uns selbst und die gesellschaftlichen Werte, Zuschreibungen und sozialen Rollen und Vorurteile, die wir, meist ohne sie zu hinterfragen, verinnerlicht haben.

    In immer neuen Spielanordnungen, zeigt das fünfköpfige Ensemble Situationen und Positionen rund um das „Phantom Blanca“, einer jungen Frau, die hier, mitten unter uns, lebt. Was als Stück über eine osteuropäische Arbeitsmigrantin beginnt, endet in einer radikalen Entlarvung unserer eigenen Werte, Zuordnungen, Vorurteile. Dabei gelingt es Hübner|Nemitz wie immer virtuos, mit den Mitteln des Humors durch tiefste Abgründe zu führen.

    Zur Entstehung des Stücks
    „Wir hatten 2015 vor der großen „Flüchtlingswelle“ mit dem Schreiben über „Arbeitsmigration“ angefangen“, so Lutz Hübner. „Irgendwann fing man an, Kriegsflüchtlinge aus Syrien gegen Wirtschaftsflüchtlinge aus Osteuropa auszuspielen. Die Biographien und Beweggründe der letzteren, in der öffentlichen Wahrnehmung unbeliebtesten Gruppe, interessierten uns, wir wollten ihre Beweggründe, hierher zu kommen, verstehen.“

    Bei ihren Recherchen haben sich die beiden Welten angenähert, die weit von der ihren entfernt sind, Welten von Armut und bitterster Armut, von Schattenwirtschaft und Parallelgesellschaften. „Dieses Stück ist daher zwangsläufig spekulativ“, so Sarah Nemitz. Ihnen geht es nicht um Betroffenheit, vielmehr um eine Annäherung, im besten Fall um ein Verstehen.

    Das Autor*innen-Duo Lutz Hübner und Sarah Nemitz
    Mit „PHANTOM (Ein Spiel)“ bringt das GRIPS Theater erneut ein Theaterstück des Erfolgs-Autor*innen-Duos Lutz Hübner und Sarah Nemitz auf die Bühne. So hart und existentiell wie das Thema des Stücks ist, ist es den beiden Autor*innen auch bei diesem Parforceritt gelungen, sich ihre humorvolle Leichtigkeit beim Schreiben zu erhalten, für die sie so bekannt sind.

    Einstand am GRIPS: Petra Zieser als Regisseurin
    Petra Zieser, eine der bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen und Mitglied des Vorstandes der Deutschen Filmakademie, begann ihre Karriere als Schauspielerin mit LINIE 1 am GRIPS Theater. Nun gibt sie ihren Einstand als Regisseurin am GRIPS.
    „Mich fasziniert die Vielschichtigkeit und Unvorhersehbarkeit des Stücks gepaart mit dem Humor von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Selbst wenn einem oft das Lachen im Hals stecken bleibt, ist es dennoch ein großes Vergnügen“, so Petra Zieser. „Und wenn man dafür auch noch Grips-Schauspieler*innen zur Verfügung hat, umso mehr!“
  • Gewählter Termin

    Sep Mi, 05.09.2018, 19.30 Uhr
    GRIPS Hansaplatz

    Phantom (Ein Spiel)

     
         

    Weitere Termine

    Sep Di, 04.09.2018, 19.30 Uhr  
    Do, 06.09.2018, 19.30 Uhr  
    Okt Mi, 03.10.2018, 19.30 Uhr  
    Do, 04.10.2018, 19.30 Uhr  
    Sa, 27.10.2018, 19.30 Uhr  
    So, 28.10.2018, 18.00 Uhr  
    Dez Fr, 14.12.2018, 19.30 Uhr  
    Sa, 15.12.2018, 19.30 Uhr  
    Jan Mo, 07.01.2019, 19.30 Uhr  
    Di, 08.01.2019, 19.30 Uhr  
  • Phantom (Ein Spiel)

  • Autor*in, Regisseurin

  • Besetzung

    Mit
    Regie Petra Zieser
    Kostüme Marie Landgraf
    Sounddesign und Musik Michał Krajczok
    Animation Gregor Dashuber
    Dramaturgie Ute Volknant
    Theaterpädagogik David Vogel
  • Mit freundlicher Unterstützung von

    Mit freundlicher Unterstützung von
  • Pressestimmen

    • Berliner Ansichtssachen, Nicoe Haarhoff, 8.6.2018

      Ein schlaues und lustiges und trauriges und aufwühlendes Stück, das vor allem von den tollen Darstellern und ihrem nahtlosen Wechseln zwischen den Personen lebt. Manchmal springen die Schauspieler auch ganz aus der Rolle und ereifern sich über das, was da auf der Bühne geboten wird oder drohen gar, nicht mehr mitspielen zu wollen.

    • Der Tagesspiegel, Patrick Wildermann, 9.6.2018

      Armut und Vorurteil: Das Grips Theater zeigt das mitreißende Stück „Phantom (Ein Spiel)“. [...] Petra Zieser inszeniert dieses Stück für den Abendspielplan mitreißend und drängend, mit einem hervorragenden Ensemble. [...] Auf Mathias Fischer-Dieskaus grob geweißter Transit-Bühne mit Rückwand als Projektionsfläche (unter anderem für tolle Animationen von Gregor Dashuber) entfaltet „Phantom“ dank ihr das volle Verunsicherungspotenzial, zwischen dem Crashkurs „Welcher Betteltyp bist du? [...] Nicht zuletzt beleuchten Hübner und Nemitz dabei eine Schattenökonomie, die sich von den Ärmsten ernährt. Es sind ja nicht nur die Schlepper im Mittelmeer, die sich am Elend bereichern.

    • Berliner Morgenpost, Peter Zander, 9.6.2018

      „Phantom (Ein Spiel)“ im Grips Theater ist ein Stück über Migration. Mehr aber noch ein Stück über unsere Klischees von Fremden. [...] Reizvolle Meta-Ebene des "Moment mal [...] Die Spieler halten nicht nur ständig inne, weil einer sein Spiel übertreibt und öfter Rollen getauscht werden. Immer wieder, schon im Burger-Laden, steigen die Schauspieler ganz aus ihren Rollen aus. Und schaffen damit von Anfang an eine reizvolle Meta-Ebene. [...] Das Spiel mit den Ebenen wird so anschaulich umgesetzt und durch Animationsbilder des Kollektivs "Talking Animals" zusätzlich verfremdet. [...] "Phantom (Ein Spiel)" ist eine sehr spielerische Reflexion über unsere Klischees und Wertevorstellungen. [...] Für die imaginierten Szenen werden dann, das ist seit jeher die Stärke des Grips, mit wenigen Requisiten und Kostümteilen in Sekundenschnelle Szenerien gewechselt.

    • Zitty, Friedhelm Teicke, 21.06.18

      Ein Stück für Menschen ab 16 als Versuchsanordnung und Reflexion über Fremde, Not und Vorurteile.